Artikelsuche
Informationen

Zahlen Sie bequem mit:

PayPal-Bezahlmethoden-Logo
Sie sind hier: Full Tilt Poker Handbuch der Turnierstrategie

Full Tilt Poker Handbuch der Turnierstrategie

Rezension von Frank Müller
 
Full Tilt Poker Handbuch der Turnierstrategie
Herausgeber: Michael Craig
 

Dieses Buch ist eine Sensation. Dem Herausgeber Michael Craig ist es gelungen, für diesen Band eine Reihe der bekanntesten und besten Full-Tilt-Profis als Autoren zu gewinnen. In insgesamt 19 Beiträgen eröffnen Berühmtheiten wie Howard Lederer, Chris Ferguson, Mike Matusow oder Ted Forrest Einblicke in Ihre Erfolgsgeheimnisse. Das Handbuch der Turnierstrategie bietet einen vollständigen Überblick über das Turnierspiel bei No-Limit Hold'em, Pot-Limit Hold'em, Limit Hold'em, Omaha und Stud.
 
Im Gegensatz zu den monographischen Werken von Dan Harrington oder David Sklansky liefern die Texte der Profis die verschiedensten Ansätze für erfolgreiches Poker. Während Chris Ferguson vehement seine „Never limp“-Strategie verficht, setzt Ted Forrest mit seinem hochironischen Aufsatz "Spielen Sie (nicht) wie Ted Forrest" einen wohlbegründeten Kontrapunkt. Selbst der geübte Spieler, der sich intensiv mit der aktuellen Pokerliteratur beschäftigt hat, findet in diesem Buch Neues. Howard Lederers Artikel über die Hebelwirkung vermittelt tiefe Einsichten in ein bis dato zumeist unbekanntes Konzept, das für die Spielweise der Profis und die Vorgehensweise in Turnieren mit großen Stacks aber essenziellen Charakter besitzt. Jüngst hat auch Dan Harrington in seinen Büchern über No-Limit Cash Games darauf zurückgegriffen.
 
Das Full Tilt Poker Handbuch der Turnierstrategie liefert sowohl für den fortgeschrittenen Anfänger als auch den avancierteren Spieler eine Vielzahl von hilfreichen Informationen, für Neulinge bei hierzulande unbekannteren Varianten wie Omaha oder Stud zudem ideale Einstiegshilfen. Eine besondere Attraktion des vorliegenden Werks ist ein kurzer Artikel über die mentale Komponente von Poker, die Rafe Furst anhand des „Kinderspiels“ Schere, Stein, Papier mit spieltheoretischen Ansätzen unterfüttert. Allein diese sechs Seiten sind den Kauf dieses Buches wert. Neben den bereits genannten Aufsätzen von Lederer, Forrest und Furst stechen die Beiträge von Chris Ferguson über "Die richtige Setzstrategie", Mike Matusows Artikel über "Omaha Eight-or-Better" und Gavin Smith' Text über das "Spiel mit großem Stack" aus den durchweg brillanten Essays heraus. Gerade der Aufsatz von Gavin Smith zeigt in besondere Weise, wie wichtig ein gesundes Selbstvertrauen für den Erfolg beim Turnierpoker ist.

Der Leser wird während der Lektüre des Full Tilt Poker Handbuch der Turnierstrategie zum Mitdenken angeregt und mit den erfolgreichsten Konzepten versorgt, und wenn er das prall gefüllte Buch aus der Hand legt, hat er seinen Wissensschatz auf vergnügliche, aber lehrreiche Weise wesentlich erweitert. Was kann man von einem Poker-Buch mehr erwarten?
 
 
Rezension von Holger Hennig, Media-Mania.de
 
Sehr viele Pokerspieler spielen mit sehr verschiedenen Stilen sehr erfolgreich. Bei dem Konzept eines Buches über diese verschiedenen Strategien speziell im Turnierbereich ist es also naheliegend, auch verschiedene Spieler zu befragen. Michael Craig hat sich an die illustre Runde von Profis gewendet, die beim Poker-Internetanbieter Fulltilt unter Vertrag stehen, und hat dort eine Menge bekannter Namen gefunden, die einen Einblick in ihre Turniergeheimnisse gewähren.

Nach einer doppelten Einführung, einerseits von Herausgeber Craig, andererseits von Pokerautor und –profi Phil Gordon, gibt es gut zweihundert Seiten zum wichtigsten Turnierspiel, dem Texas Hold’em. Chris "Jesus" Ferguson, einer der prominentesten und erfolgreichsten Pokerspieler überhaupt, beginnt mit seiner Art von Setzstrategie vor dem Flop – die übrigens Pokertheoretiker David Sklansky ein bisschen widerspricht. Dann macht Howard Lederer weiter, erklärt das Hebelsystem, mit dem man seine Gegner vor schwierige Entscheidungen stellt. Und Ted Forrest schießt dann total quer und sagt, warum man nie nach den Systemen der vorgenannten spielen sollte, sondern immer mischen muss.
Dann erst geht es um die klassischen Preflop- und Postflop-Strategien - Andy Bloch und wieder Chris Ferguson geben hier den Ton an - und darum, wie man mit wenig Chips überlebt (Phil Gordon), oder mit vielen Chips seine Gegner in den Wahnsinn treibt (Gavin Smith).
Richard Brodie erklärt die Welt der Onlineturniere und dann gibt es noch Anweisungen für Limit und Pot-Limit von Rafe Furst, Andy Bloch und Howard Lederer.

Danach geht es für deutlich weniger Seiten nach Omaha. Mike Matusow erklärt Eight-or-better, den meisten eher als Omaha HiLo bekannt, und Chris Ferguson PLO, also Pot-Limit Omaha. Und weil alle bekannten und gespielten Varianten einen Eintrag verdienen, geht es dann auch noch um die Turniere im Stud. Keith Sexton spricht über die Bedeutung von Starthänden beim 7-Crad Stud, David Grey über die Turnierstrategie. Ted Forrest erklärt die HiLo-Variante und gemeinsam mit Huckleberry Seed auch gleich noch Razz. Den Abschluss bildet dann noch mal Rafe Furst, der die mentale Komponente von Poker anhand von Schere, Stein, Papier erklärt und Pokerspieler dazu auffordert, dieses Spiel um Geld zu spielen, um sich damit für Poker zu stählen.

Die Namen, die hier Aufstellung genommen haben, gehören zu den bekanntesten Pokerspielern dieser Zeit. Einundzwanzig der berühmten WSOP-Bracelets schmücken ihre Handgelenke. Keine Frage, dass da einige Beiträge stärker und einige schwächer sind. Besonders die kleinen Einblicke am Anfang, kurze Kapitel, die nicht viel Theorie, aber sehr viel Praxis mitbringen, sind prinzipiell sehr stark und lehrreich. Wer die Theorie studieren will, der kann Andy Bloch lesen, wird aber letztlich mit den Harrington on Hold'em-mehr anfangen können. Besonders interessant sind natürlich auch die Beiträge zu den selteneren Pokervarianten, denn was ein Ted Forrest zu den Stud-Varianten sagen kann, das kann auch bei HORSE-Events sehr hilfreich sein, wo viele gute Texas- oder Omaha-Spieler beim Stud ihre Chips lassen.
Die meisten Beiträge sind gut geschrieben und aus vielen tropft unglaublich viel Autorität heraus. Wer hauptsächlich im Turnierbereich Poker spielt, wird dieses Buch dementsprechend kaum noch aus der Hand legen können. Wie so oft sollte man auch für dieses Buch schon ein paar weitere vorher gelesen haben, besonders das grundlegende "Theory of Poker" hilft, alles zu verstehen, was hier geschrieben wurde, denn die "Turnierstrategie" ist kein Einsteigerbuch. Die Schleichwerbung für Fulltilt hält sich in engen Grenzen, die Aufmachung und die Übersetzung sind jeweils sehr gut. Hier gibt es nichts zu meckern. Das Buch gehört in die gut sortierte Pokerbibliothek.