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Hand fuer Hand

Rezension von Frank Müller
 
Hand für Hand
Autor: Gus Hansen 

Kaum jemand sorgte in der Pokerszene für soviel Aufsehen wie er: Poker-Superstar und dreimaliger Gewinner der World Poker Tour, Gus Hansen. Der Grund für diese Aufregung ist sein scheinbar verrückter Spielstil. Er macht den Eindruck, wie ein absoluter Maniac zu spielen. Doch dahinter steckt viel Mathematik und Methode. Und diese verpackt Hansen in seinem Buch "Hand für Hand", indem er alle Hände der "Aussie Millions 2007" analysiert und dem Leser nahe bringt. Für Spannung ist garantiert, denn es war alles andere als ein einfacher Weg zum Gewinn dieses Turniers...

Um alle Informationen aufnehmen zu können, hat sich Gus Hansen die Mühe gemacht, das Geschehen mit einem Diktiergerät nach jeder gespielten Hand Revue passieren zu lassen. Zu seinem Glück ist so gut wie keiner seiner Gegner der dänischen Sprache mächtig gewesen. Und so konnte er ungehindert alles Wichtige aufsammeln, um dies anschließend in ein Buch zu packen. „Hand für Hand“ liest sich wie ein Tagebuch und zeigt den ganzen Weg von der ersten bis zur letzten Hand über fünf Tage hinweg.

Es werden einzelne Hände unter die Lupe genommen und mit Taktiken bestückt, und Hansen beginnt die Kapitel mit Strategietipps für die folgenden Hände. Bevor überhaupt Karten verteilt werden, stellt er dar, wie man zu Beginn eines Turniers am besten spielt, wenn die Blinds niedrig und die Stacks groß sind. Bevor er die Ereignisse des zweiten Tages schildert, erklärt er dem Leser wie mit hohen Antes umzugehen ist. Da ab Tag Drei fast nur noch "Shorthanded" Tische gespielt werden, zeigt Gus Hansen, wo die Unterschiede zwischen diesen und vollbesetzten Tischen liegen. Es folgt Tag Vier mit besonderer Rücksicht auf die Shortstacks, deren All-Ins man in dieser Phase besser aus dem Weg gehen sollte. Am Finaltisch kommt besonders das "Leiterprinzip" zum Tragen, also die Frage, ob man im Versuch zu siegen volles Risiko geht oder sich zurücklehnt und die anderen die Arbeit machen lässt. Umfassend ist natürlich das Heads-Up gegen Jimmy Fricke und auch an dieser Stelle zeigt Hansen seine Heads-Up-Strategie auf.

Im großen und ganzen ein einmaliges Werk, das die Pokerliteratur ohne Zweifel bereichern wird. Hansen vermittelt nicht einfach trockene Theorie, wie man in dieser und jener Situation spielt, sondern geht den umgekehrten Weg. Er zeigt anhand tatsächlich gespielter Hände seine Strategie sund geht erfreulicherweise auch auf eigens begangene Fehler ein. Von der ersten bis zur letzten Hand ein absolutes Highlight!