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Kill Everyone

Rezension von Frank Müller
 
Kill Everyone
Autoren: Lee Nelson, Tysen Streib, Kim Lee
 
Kill Phil hat nach seinem Erscheinen für Aufsehen gesorgt. Es wurden einfache Strategien dargestellt wie man mit wenig Wissen und strategischer Kenntnisse die erfolgreichen Spieler bei No-Limit Hold'em Turnieren bezwingen kann. Hierbei ging es im Grunde nur um das Spiel vor dem Flop. Der Nachfolger von Kill Phil – bezugnehmend auf den wohl besten Turnierspieler aller Zeiten, Phil Hellmuth, geht einen Schritt weiter und legt Konzepte an die Hand mit denen man alle anderen Spieler schlagen kann.

Im Gegensatz zu Kill Phil behandelt das Buch nicht nur das Spiel vor dem Flop, sondern geht vorrangig auf das Spiel nach dem Flop ein. Im ersten Teil werden zunächst verschiedene Ansätze für die Herangehensweise an No-Limit Turniere vorgestellt. Ein Highlight des Buches, ist sicherlich die Equilibrium Strategie. Dies hört sich komplizierter an als es tatsächlich ist. Es handelt sich bei dieser Strategie um Züge, die gegen optimal spielende Gegner anzuwenden sind.
Mit „Preisgeld und Equity“ wird ein kompliziertes mathematisches Modell in ganz einfacher Art und Weise dargestellt. Während ICM (Independent Chip Modell)-Berechnungen am Tisch nicht möglich sind, liefern die drei Autoren ein einfaches Modell um solche Berechnungen durchführen zu können. Am Ende dieses Teils wird ein Profi-Sit and Go mit Spielern wie Phil Ivey, Chris Ferguson, Dave Ulliott und John Juanda analysiert.
Im Kapitel über "Verschiedene Themen" werden sicherlich auch Themen angesprochen, die so in keinem anderen Buch zu finden sind. Zum Beispiel die "Anpassung an jüngste Entwicklungen bei No-Limit-Hold'em Turnieren" oder wie man sich am besten auf ein Turnier vorbereitet.
Um nicht nur No-Limit Turniere abzudecken, wird das Buch mit einem eigenen Teil über No-Limit Cash Games abgerundet.

Kill Everyone macht dem "Fortgeschritten" im Untertitel alle Ehre. Es liefert Konzepte und Modelle, die wirklich einzigartig und nur für fortgeschrittene Spieler geeignet sind. Für alle seriösen Turnierspieler, die schon von "Harrington on Hold'em" gelangweilt sind, ein mehr als empfehlenswertes Werk.