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Small Stakes Hold'em

Rezension von Stefan Wolfschütz
 
Small Stakes Hold'em
Mit Expertenwissen gewinnen
Autoren: Ed Miller, David Sklansky, Mason Malmuth


Small Stakes Hold'em ist seit dem Poker Online-Boom der letzten Jahre mit zur beliebtesten Variante des Pokerspiels geworden. Durch die festen Einsatzhöhen beim Bieten im Laufe eines Spiels ist es nicht ganz so spektakulär, wie No-Limit Hold’em. Darum wird man auch so gut wie nie eine Fixed Limit Hold'em Partie im Fernsehen zu Gesicht bekommen. Andererseits ist das Spiel insbesondere für Anfänger überschaubarer. Und sowohl die ganz grundlegenden Fertigkeiten wie auch Instrumente, um seine Karten einschätzen zu können, sind die gleichen wie im No-Limit Bereich, so dass es später wenig Mühe macht in den No-Limit Bereich einzusteigen.
 
Je weiter man sich jedoch in seinem Spiel entwickelt, umso komplexer werden auch im Fixed Limit Bereich die Konzepte und Strategien. Small Stakes Hold'em von Ed Miller, David Sklansky und Mason Malmuth "macht  dort weiter, wo die Anfängerbücher aufhören. Wir beabsichtigen Ihnen zu zeigen, wie Sie sich von einem guten Spieler zu einem Experten und von einem bescheidenen zu einem großen Gewinner entwickeln" (David Sklansky in: Small Stakes Hold'em, S. 23).

Auf 333 Seiten werden diese Konzepte eingehend dargestellt und mit vielen Beispielen versehen. Das Buch beginnt mit einer Einführung in die fundamentalen Prinzipien sowohl der strategischen wie der Glücksspiel-Momente im Poker. Danach widmen sich die Verfasser den verschiedenen Stadien einer Poker-Partie: Dem Spiel vor dem Flop, dem Postflop-Spiel und dem Spiel auf dem River. Abgeschlossen wird das Buch mit 50 Seiten voller Übungsaufgaben und einem umfangreichen Poker-Glossar.

Seit seinem Erscheinen im Jahr 2004 zählt Small Stakes Hold'em zu den am meisten verkauften Pokerbüchern. Wo immer Poker-Literatur vorgestellt wird, vor allem in Online-Foren, zählt dieses Buch mittlerweile zur Standard-Empfehlung, wenn es darum geht, eine fundierte Einführung in das Fixed Limit Spiel studieren zu können. Der Hauptteil dieses Erfolges liegt vor allem in der Fokussierung auf die relativ niedrigen Limits, die bei Spielern im Online- aber auch im Casino-Bereich so beliebt sind. Wer sich mit Pokern bisher nicht auskennt, sollte jedoch nicht den Schluss daraus ziehen, dass es bei diesen Partien nur um kleine Dollarbeträge geht. Es gibt Spieler, die mit Partien, in denen das Limit sich in Bereichen von 1 $/ 2 $ bis 5 $/ 10 $ bewegt Jahresgewinne von 50-100.000 $ erspielen. Das kommt vor allem durch die Möglichkeit in Online-Pokerräumen mehrere Tische gleichzeitig und diese viel schneller spielen zu können. Es darf zu Recht vermutet werden dass jeder dieser Spieler Small Stakes Hold'em eingehend studiert hat.
 
 
Rezension von Holger Hennig, Media-Mania.de
 
Dass Poker eine kaum zu stoppende Welle ist, sollte inzwischen den meisten bekannt sein. Nun sind die Verlage, die Pokerbücher ins Deutsche übersetzen, schon so weit, dass auch Nischentitel Verbreitung finden, vor allem dann, wenn namhafte Autoren wie Mason Malmuth und Pokercheftheoretiker David Sklansky auf dem Titel stehen. Die haben sich noch Ed Miller ins Boot geholt und zusammen ein Buch über Limit Texas Hold'em geschrieben, und zwar für niedrige Limits, die Small Stakes. Die sehen sie unter den 3/6 Dollar-Limits. Recht hohe Limits für das Internet, aber die kleinsten im Casino.
Fünf große und zwei kleine Kapitel beherbergt das vorliegende Buch – übrigens zum ersten Mal bei Premium Poker Publishing im hübschen Hardcover mit Lesebändchen, allerdings immer noch mit überfrachtetem Cover. Die Autoren beginnen mit dem Kapitel "Konzepte zum Glückspiel", in das sie alles packen, was man an Wahrscheinlichkeitsrechnung wissen muss, um brauchbar Poker zu spielen. Dann geht es mit dem Spiel vor dem Flop weiter, das allein schon sehr viel ändern kann – Limit Hold'em ist sehr viel technischer als das psychologischere und allgemein beliebtere No Limit Hold’em. Dann geht es um das Spiel auf Flop, Turn und River, jedes Mal ein Kapitel für sich.
Ein weiteres Kapitel widmet sich besonderen Konzepten wie dem Spiel von Overcards und dem Aufbauen großer Pots, also der Frage, wie man möglichst viele Chips in die Mitte bekommt.
Die letzten beiden Kapitel sind dann Übungsaufgaben und Abfragen zu den im Buch vorgestellten Konzepten.

Wer sich mit Poker nicht auskennt, wird sich fragen, ob es ein Buch braucht, das sich nur um den altmodischen kleinen Bruder des No Limit Texas Hold'em kümmert, und da auch nur um die Spiele an preiswerten Tischen – als ob das von den anderen Spielen so verschieden wäre. Klare Antwort: Für Menschen, die mit Poker Geld verdienen wollen, ist so ein Buch durchaus sinnvoll. An den Tischen mit kleineren Limits sitzen genug Spieler mit eher rudimentären theoretischen Kenntnissen, Spieler, die nur ein wenig Spaß haben wollen und in Kauf nehmen, dass sie damit häufig einiges verlieren werden. Aber gegen diese Spieler gewinnt man eben nicht mit den raffinierten Tricks, mit denen man an den legendären High-Stakes-Tischen in Las Vegas gewinnt, an denen hohe Summen im Spiel sind und die meisten Spieler über große Spielstärke verfügen. Für die Small-Stakes-Tische braucht man andere Konzepte, muss die typischen Fehler beachten und ausnutzen.
Diese Fehler werden von den Autoren seziert und die Konzepte haben neben den grundlegenden Ideen wie man prinzipiell Limit Hold’em spielt, vor allem den Sinn, ebendiese Fehler möglichst gnadenlos auszunutzen.
Das wird auch alles wirklich gut erklärt, alles bekommt maßgeschneiderte Beispiele, an denen man die Konzepte gut verstehen kann – allerdings nur, wenn man Pokererfahrung hat, die über ein paar tausend Hände hinweg geht, man muss sich schon auskennen, die Situationen verstehen und erlebt haben, um auch die Konzepte zu verstehen.
Die Fragen am Ende wiederholen das zuvor Gelesene, sie kranken aber daran, dass die Antwort sofort folgt und man schon bei der Suche nach einer guten Verdeckposition für die Hand dieselbe fast sicher schon gelesen hat.
Ansonsten gibt es nichts zu meckern, das ist ein grandioses Pokerbuch, auch wenn die Pokervariante nicht so sehr verbreitet ist. Für Pokerkenner mit theoretischem Interesse ist das Buch ein Leckerbissen, für Leute, die mit Poker ein bisschen Geld verdienen wollen, ist das Buch eine sinnvolle Investition.