David Grey ist ein Überlebender. Betrachtet man die steigende Anzahl populärer Pokerprofis, die an den teuersten Partien in Bobby's Room im Bellagio teilnehmen, sieht man einige neue Gesichter, einige Spieler, die schon einige Jahre dabei sind, und die "alten Recken": Doyle Brunson und Chip Reese.
Und David Grey.
Nur Brunson, Reese und Grey spielten in der Ecke des Mirage, als dieses 1989 eröffnete, im ersten Stock des Bellagio, als es 1998 eröffnete, in Bobby's Room, als dieser 2005 eröffnet wurde – und sind heute noch dort anzutreffen. Dutzende von Spielern waren regelmäßige Teilnehmer in diesen Partien, gewannen sechs- bis siebenstellige Summen und gingen schlussendlich Pleite.
David Grey zog 1985 nach Las Vegas. Im Westen verdiente er einiges mit Pferdewetten, verspielte seine Gewinne in der Regel aber bei Ausflügen nach Atlantic City. Grey kam nach Las Vegas, um mit einem kaufmännischeren Ansatz ans Glücksspiel heranzugehen. Er ist einer der dauerhaft erfolgreichsten professionellen Spieler, von Pferdewetten über Sportwetten bis – natürlich – zum Poker.
Trotz seines Rufs als solider, konservativer Spieler besitzt Grey viel Risikobereitschaft. Er wurde zu einer Legende unter den Spielern, weil er seinem Freund Howard Lederer, der Vegetarier ist, 10.000 $ dafür bezahlte, einen Cheeseburger zu essen. Außerdem bestritt er zusammen mit Howard Lederer das vermutlich höchstdotierte Golfturnier gegen Doyle Brunson und Keith Sexton und schloss mit Huckleberry Seed eine Golfwette ab, die dazu führte, dass Seed eine historische Heldentat vollbrachte.
Da Grey der heutzutage aus der Mode gekommenen Vorstellung anhing, ein professioneller Spieler solle möglichst wenig in der Öffentlichkeit stehen, war er bis 2004 bei den großen Pokerturnieren ein seltener Gast. Bei seinem gelegentlichen Erscheinen im Binion's, um an der World Series oder der Hall of Fame teilzunehmen, etablierte er sich aber als gefährlicher Turnierspieler, der 1991 das No-Limit-Hold'em-Turnier der Hall of Fame und 1999 bei der WSOP ein Seven-Card-Stud-Turnier gewann. 2003 belegte er beim Hauptturnier der WSOP den achten Platz.
Seit 2004 nimmt er wie andere Cashgame-Spezialisten an mehr Turnieren teil und erzielte dabei eindrucksvolle Resultate. Außer regelmäßigen Teilnahmen bei Poker Superstars hat er bei fünf Turnieren auf der World Poker Tour die Preisgeldränge erreicht. Zudem gewann er 2005 das prestigeträchtige Deuce-to-Seven-Turnier der WSOP.